Arbeit mit Einreden

Einreden sind Sätze, die uns heimlich bestimmen. Sie wohnen in uns, obwohl wir uns ihrer oft nicht bewusst sind. Meist sind es Sätze, die wir schon in früher Kindheit gehört haben. Zum Beispiel: “Das ist zu schwierig für Dich!”,  ”Das schaffst Du nie!”

Die Wirkung der Einreden

Sie können uns lähmen oder in unguter Weise antreiben. Sie beeinflussen unsere Stimmung und unser Tun und Lassen in vielfacher Weise:

  • Sie verursachen Schuldgefühle.
  • Sie verursachen Ängste, die uns hindern, etwas zu tun, oder zu lassen, Ängste, die uns unfrei machen.
  • Sie sorgen für bleibende Wut, für nachtragenden Groll, für Bestrafungsreaktionen.
  • Sie wirken sich in Beziehungen belastend aus.
  • Sie halten uns an, in Gedanken ständig um eine Sache zu kreisen.
  • Sie legen uns auf die Erwartungen anderer fest.
  • Sie treiben uns zu Perfektionismus (“innere Antreiber”).
  • Sie entmutigen uns.
  • Sie entwerten uns.
  • Sie prophezeien uns Schlimmes oder bedrohen uns damit.
  • Sie bringen uns dazu, uns selbst zu bestrafen (selbstdestruktiver Charakter, führt zu bewusster Autoaggression oder unbewusster Selbstschädigung).

Einreden in der Psychologie

Aus der Sicht der Arbeit mit dem inneren System ( IFS ) sind Einreden “Lasten” von verbannten inneren Anteilen oder von sogenannten “Managern”.

In der Transaktionsanalyse haben solche inneren Sätze (Einreden) große Bedeutung. Eric Berne entwickelte diese psychologische Richtung Ende der fünfziger Jahre in den USA. Sie arbeitet mit “Einschärfungen”, elterlichen Botschaften an das Kind. Diese beherrschen das Leben eines Kindes – sie schreiben sein “Lebensskript”. Solche Skriptsätze prägen die Reaktionen des Kindes, seine Selbsteinschätzung, seine Gefühle und Gedanken So tauchen unbewusst immer wieder Sätze auf wie “Ich schaffe es nicht” oder “Sei nicht du” oder “Ich bin ein Versager, ich tauge nichts, ich muss mich anpassen, was denken die Leute von mir”. Die Transaktionsanalyse unterscheidet verschiedene Skripte, die die Grundhaltungen eines Menschen angeben. Jedes Skript äußert sich in bestimmten Sätzen, die immer wiederkehren.

Die Gestalttherapie und andere Therapierichtungen sprechen von “Introjekten”. Sie meinen damit Sätze, die wir “unverdaut” in uns aufgenommen haben. Es können innere Antreiber, Wertvorstellungen, Beschimpfungen, Beleidigungen und Entwertungen sein. Die Introjekte sind gleichsam ein “Ableger” der Person, die uns so angesprochen hat, Sie steuern unser Erleben und Verhalten, üben eine Fremdbestimmung auf uns aus. Insofern gleichen sie einem Hypnotiseur, der uns in Trance versetzt - ohne dass wir es bemerken.

Parallelen in der Verhaltenstherapie sind die dort so genannten “Entwerter”, Sätze, die unser Selbstwertgefühl angreifen und niedermachen.

Andere Psychologen, zum Beispiel NLP-Trainer, bezeichnen Einreden auch als “Glaubenssätze” und nennen die Auseinandersetzung damit “Glaubenssatzarbeit”.

Positive Wirkungen

Wenn die inneren Anteile entlastet werden, sind vielfältige positive Wirkungen möglich:

Förderung von…

  • Selbstsicherheit
  • Selbstbewusstsein
  • Selbstwertgefühl
  • Wohlbefinden
  • Gelassenheit
  • Selbstakzeptanz
  • Autonomie

Abbau von…

  • Aggression
  • Ärger
  • Ängsten
  • Selbstzerstörerischem Verhalten
  • Schuldgefühlen
  • Perfektionismus
  • Anspannung
  • Nervosität
  • Fremdbestimmung