Spätere Traumata
Anmerkung zur Traumatherapie: eine Einführung und wie ich mit Traumata arbeite, können Sie hier nachlesen.Gewalt / "Missbrauch"
"Missbrauch" setze ich in Anführungszeichen, weil er wie sein Gegenteil, der Gebrauch, an ein Ding denken lässt. Das stimmt insofern, als der Täter sein Opfer wie ein Ding behandelt (mit entsprechendem psychischen Gewinn, sich mächtig, groß etc. zu fühlen), und das Opfer sich dementsprechend oft abgewertet oder wertlos fühlt. Lieber spreche ich von Gewalt, weil darin das Unrechtmäßige des Tuns angesprochen ist.
- körperlich: Schläge, Folter, Verletzungen durch Kriegshandlungen Wie Kriegskinder ihr Trauma vererben (Spiegel-artikel).
- sexuell: verbale / körperliche Übergriffe
- emotional: Beschämung / Abwertung / Ablehnung / Vernachlässigung; Klima von Drohungen und Gefahr (oft in Alkoholikerfamilien); Zuschauen (müssen) bei Gewalthandlungen; "Missbrauch" des Kindes als Partnerersatz / Tröster / Geheimnisträger,
- religiös / spirituell: enges moralisches "Korsett"; negatives (richtendes und rächendes) Gottesbild; bei Verstößen Drohungen mit dem Verlust des Heils, mit Höllenqualen und mit Ausschluss aus der religiösen Gemeinschaft / Sekte
"Wissenschaftliche Untersuchungen von vivo-Mitarbeitern in verschiedenen Konfliktregionen zeigen: Kriegserfahrungen beeinträchtigen das psychische Wohlbefinden der Betroffenen, bedrohen in der Folge das gesamte Familienleben und führen zur Eskalation häuslicher Gewalt."
(vivo aktuell 2008/2009; vivo.org macht international Traumaarbeit)
Schwangerschaftsabbruch / Abtreibung
Eine Schwangerschaft abzubrechen, ist für eine Mutter (und, wenn er mit einbezogen ist, den Vater) in aller Regel eine sehr schwere Entscheidung. Es geht nicht darum, diese Entscheidung zu verurteilen, sondern den traumatisierenden Folgen ins Auge zu sehen, die u.a. begründet sein können in:
- mangelhafte Beratung,
- lieblose oder kalte Antmosphäre im Krankenhaus,
- der Vater oder andere Personen drängen die Mutter zum Abbruch - oder umgekehrt, die Frau möchte den Abbruch, der Vater jedoch möchte das Kind (vgl. ZEIT-MAGAZIN Nr 8, 12.2.1009, 10-16)
- wenn Gewalt im Spiel ist (bei der Zeugung, während der Schwangerschaft)
Mütter (und Väter) leiden oft jahrelang an einem Abbruch, Schuldgefühle, Einsamkeit, Wut und Ohnmacht kapseln sich ab, bleiben unbewältigt. Die Begegnung mit Kindern (v.a. mit denen, die so alt sind wie das Kind, das abgetrieben wurde) kann erschwert sein.
Traumatherapie kann helfen, diese Gefühle im geschützten Rahmen zuzulassen und zu bewältigen.
Andere Verlusttraumata
- Abwesenheit, psychische Erkrankung, Tod von Mutter / Vater / von Geschwistern / von Kindern / von anderen nahen Personen ("natürlicher" Tod, Unfall, Krankheit, Krieg, Suizid)
- bei Frauen: Fehlgeburt, Totgeburt eines Kindes
EMDR
("Eye Movement Desensitization and Reprocessing") Wenn Sie ein Trauma bearbeiten möchten, das von z.B. von einem solchen (abgrenzbaren) belastenden Ereignis herrührt, kann ich mit Ihnen mit dieser Methode arbeiten.Chancen der Traumabewältigung
Das Verarbeiten eines Traumas kann zu einer Reifungserfahrung (posttraumatic growth) führen.
- Was im Leben wesentlich ist, wird neu bestimmt
- (Wieder-)Entdeckung spiritueller Ressourcen
- Bessere Alltagsbewältigung
- Vertiefte Wahrnehmung der Natur
- Vertiefte zwischenmenschliche Beziehungen