Prozessphilosophie
Alfred North Whiteheads Prozessphilosophie und die Gestalttherapie
Die Prozessphilosophie versucht, das Daseiende nicht als "Sein" (das wäre Ontologie) sondern als Prozess zu beschreiben:
Jedes wirkliche Ereignis erweist sich als Prozess: Es ist ein Werdendsein. Indem es sich so enthüllt, stellt es sich als eins in eine Vielheit von anderen Ereignissen, ohne die es nicht es selbst sein könnte.
Quellennachweise im u.g. Aufsatz
In paralleler Weise kennt die Gestalttherapie den Kontaktprozess. Der Begriff des "Selbst" ist im Kontaktprozess dynamisch definiert: Das Selbst
ist definiert als 'Funktion der schöpferischen Anpassung' im Organismus-Umwelt-Feld und gleichbedeutend mit der Erfahrung der Kontaktgrenze.
Der Prozess des Werdens - kurz gesagt - vollzieht sich (nach Whitehead), indem Vergangenes zu etwas Neuem integriert wird. Insofern lässt sich der Kontaktprozess in der Gestalttherapie als ein Spezialfall des Werde-prozesses in der Prozessphilosophie verstehen.
Die Prozessphilosophie als Metatheorie der Wissenschaften vermag bisher weit auseinander klaffende Wissenschaftszweige zu vereinen, insbesondere die Natur- und Geisteswissenschaften.
Link: Aufsatz von Thomas Frister über "Alfred North Whiteheads Prozessphilosophie und die Gestalttherapie" (PDF-Dokument )

"Alles fließt"
© Thomas Frister, Heilpraktiker für Psychotherapie, Stuttgart